Deutschland: Was Jubelmeldungen wert sind…
Verfasst von hw71 am 9. Juli 2009
Dass im Vergleich zum Vorjahr sämtliche Statistiken nach wie vor miserabel aussehen, dürfte klar sein. Dass aber die in den Medien bejubelten Vergleichszahlen zum Vormonat (z.B. Produktionsindex +3,7%=> „die Talsohle ist durchschritten“) mit erheblichen Unsicherheiten belastet sind, da sie mit mathematischen Kniffen störende Faktoren wie „Ausreisser“ in den vorangegangenen Monaten oder Saison- und Kalenderfaktoren herausrechnen und glätten sollen, war mir neu. Unbereinigt sank z.B. der Produktionsindex um -0,34%…
Auszüge aus dem exzellenten Blog WirtschaftQuerschuss:
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Trotz dieser beeindruckenden Monatsdaten ist nicht alles bestens, denn ein gewichtiger Teil des Mai-Booms im produzierenden Gewerbe geht vor allem auf einen statistischen Boom zurück.
Das X12-ARIMA-Verfahren soll die monatlich im Zeitablauf beobachteten ökonomischen Daten von Einflüssen bereinigen, die das Erkennen der mittel- bis langfristigen Entwicklungsrichtung einer Datenreihe stören. Saison- und Kalenderfaktoren und deren Ausreißer sollen geglättet werden. So weit so gut und wohl auch richtig – nur bei den Orginalwerten zum produzierenden Gewerbe gab es im Mai überhaupt gar keinen Ausreißer – im Gegenteil!
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Während also der unbereinigte Orginalwert um -0,34% zum Vormonat fällt, steigt der bereinigte Index, vom BMWI in der Pressemitteilung verwendet, um satte +3,7%, die höchste Rate seit 1993!
Die Industrieproduktion stieg unbereinigt um nur +0,45%, während die Medien den bereinigten Anstieg von +5,1% bejubeln, die höchste Rate seit 1991!
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Die nächsten Monate werden zeigen, ob die Querschuss-These von einem statistischen Boom im Mai 2009 beim produzierenden Gewerbe, der bewusst mit Hilfe von Trend- und Prognosekomponenten befördert wurde – richtig war?
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