Deutschland: Weiter sinkende Reallöhne voraus…
Verfasst von hw71 am 6. Juli 2009
Gefunden bei spiegel.de:
04.07.2009
GELDSCHWUND
Commerzbank prognostiziert schrumpfende Reallöhne
Schlechte Aussichten für Arbeitnehmer: Nach Berechnungen der Commerzbank werden die Löhne in diesem Jahr real fallen. Die extrem niedrige Inflation liegt demnach noch immer über dem Minimal-Plus bei den Einkommen.
Berlin – Die Verbraucherpreise steigen kaum noch, trotzdem kann sich die Bevölkerung immer weniger leisten: Die Pro-Kopf-Löhne deutscher Arbeitnehmer dürften im laufenden Jahr real zurückgehen.
Nach Berechnungen der Commerzbank, die der „Berliner Zeitung“ vorliegen, werden die Tariflöhne 2009 zwar noch um 2,2 Prozent steigen. Gleichzeitig aber streichen die Unternehmen Sonderzahlungen und freiwillige Leistungen an die Beschäftigten. Zudem versuchten sie, Öffnungsklauseln in Tarifverträgen zu nutzen.
Der effektiv gezahlte Lohn werde dieses Jahr daher lediglich um 0,3 Prozent zulegen. Angesichts einer erwarteten Inflation von etwa 0,4 Prozent „erleiden die Lohn- und Gehaltsempfänger ein Minus“, sagte Commerzbank-Ökonom Eckart Tuchtfeld der Zeitung.
2010 wird es voraussichtlich nicht besser. „Die effektiv gezahlten Löhne dürften 2010 stagnieren“, vermutet Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer.
Angesichts eines Anstiegs der Inflationsrate auf etwa 1,5 Prozent drohen den Arbeitnehmern weitere Reallohnverluste. Die gesamte Bruttolohnsumme wird 2009 nach Commerzbank-Berechnungen um 0,5 Prozent sinken, die Nettolohnsumme sogar um 1,5 Prozent. Insgesamt würden die verfügbaren Einkommen um ein Prozent schrumpfen.
Zu einem ähnlichen Ergebnis kam auch das Wirtschaftsforschungsinstitut RWI. „Pro Kopf werden die Reallöhne 2009 um 1,5 Prozent sinken“, sagte RWI-Konjunkturchef Roland Döhrn der „Berliner Zeitung“ bereits Ende Juni. Hauptgrund ist aus Sicht des Experten die zunehmende Zahl der Kurzarbeiter. Wenn eine Million Deutsche in Kurzarbeit seien, senke allein dies die Löhne im Schnitt um knapp ein Prozent, sagte Döhrn.
ssu/ddp