Fehlende Investoren: Britischer Staat wird Mehrheitseigner bei Royal Bank of Scotland
Verfasst von hw71 am 29.November 2008
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Finanzkrise
London übernimmt Bank of Scotland
London. Der britische Staat wird Mehrheitseigner bei der Royal Bank of Scotland (RBS). Da die angeschlagene Großbank für eine Kapitalerhöhung von 15 Milliarden Pfund (18 Milliarden Euro) keine privaten Investoren fand, kauft nun der Staat die Aktien, wie RBS am Freitag in London mitteilte.
Weil die Regierung mit Hilfe des britischen Banken-Rettungspakets zudem RBS-Vorzugsaktien im Wert von 5 Milliarden Pfund erwerben wird, summiert sich der Anteil des Staats an der Großbank auf fast 58 Prozent.
Neben der RBS bedienen sich auch die vor einer Fusion stehenden Finanzinstitute Halifax Bank of Scotland und Lloyds TSB mit insgesamt 17 Milliarden Pfund aus dem Rettungspaket der Regierung, nachdem sie wegen der Weltwirtschaftskrise in Schieflage geraten waren.
Damit wird der Staat an dem neuen Bankenriesen einen Anteil von mehr als 40 Prozent halten. Die beiden übrigen Großbanken HSBC und Barclays waren bislang ohne staatliche Rettungs-Investitionen ausgekommen.
RBS-Chef Stephen Hester bedauerte, dass die bereits existierenden Anteilseigner nur einen Bruchteil der angebotenen neuen Aktie zeichneten. Ziel sein es nun, das Geschäft wieder aufzubauen, nachdem die Kreditkrise die Bank in die Knie gezwungen habe. Nach Abschreibungen von 5,9 Milliarden Pfund hatte RBS im August für die erste Hälfte des Geschäftsjahrs erstmals einen Verlust in Höhe von 692 Millionen Pfund ausgewiesen.
Da der Preis von 65,5 Pence pro Aktie um 10 Pence über dem aktuellen RBS-Börsenwert liegt, hat der Steuerzahler mit dem Geschäft bereits 2,3 Milliarden Pfund verloren.
Erst in der vergangenen Woche hatten die RBS-Aktionäre den Weg für das Einspringen der Regierung frei gemacht. Dadurch unterliegt die Bank Beschränkungen, etwa bei der Bezahlung ihres Managements oder bei der Dividendenausschüttung.
Nach Darstellung der Regierung handelt es sich dennoch um keine echte Verstaatlichung, denn der Staat wolle die Aktien nur vorübergehend halten, bis die Banken wieder stark genug sind. Bislang kontrolliert die Regierung in London die verstaatlichten Hypothekenbanken Northern Rock und Bradford & Bingley. (dpa)
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Dokument erstellt am 28.11.2008 um 11:09:46 Uhr
Letzte Änderung am 28.11.2008 um 12:49:29 Uhr
Erscheinungsdatum 28.11.2008
Dieser Eintrag wurde erstellt am 29.November 2008 um 15:05 und ist abgelegt unter Auswirkungen, Bankenkrise, Barclays Bank, England, Finanzkrise, HSBC, Royal Bank of Scottland, Verstaatlichung. Du kannst alle Antworten auf diesen Eintrag mitverfolgen über den RSS 2.0 Feed. Antworten sind zur Zeit geschlossen, aber du kannst Trackback von deiner eigenen Seite.
