Chronologie der Krise

Wie aus einer Immobilienblase eine Weltwirtschaftskrise wurde…

Deutschland: Aktuelle Situation bei den Landesbanken…

Verfasst von hw71 am 28.November 2008

Gefunden bei tagesschau.de:

Vor allem BayernLB in Schwierigkeiten

Landesbanken kämpfen mit der Finanzmarktkrise

Bis zu zehn Milliarden Euro Kapital braucht die BayernLB, die Nord/LB erhält eine 20-Milliarden-Bürgschaft, die WestLB schreibt nur dank des Rettungsschirms schwarze Zahlen: Die deutschen Landesbanken kämpfen weiter mit den Auswirkungen der Finanzmarktkrise, auch wenn sie höchst unterschiedlich betroffen sind.

“Dramatische Lage” bei der BayernLB

Die Rettung der bayerischen Landesbank wird für den Freistaat noch viel teurer als befürchtet. Bis zu zehn Milliarden Euro frisches Kapital benötigt die BayernLB, obwohl das Land und die Sparkassen als Anteilseigner erst im Oktober eine Kapitalspritze von einer Milliarde Euro zugesagt hatten. Ministerpräsident Horst Seehofer und Finanzminister Georg Fahrenschon sagten alle öffentlichen Termine ab und trafen sich mit Vertretern der Landesbank und der Sparkassen zu Krisensitzungen in der Staatskanzlei. Zugleich trat die Kontrollkommission des Landtags für die BayernLB zum ersten Mal zusammen und beschloss, Fahrenschon, Landesbankchef Michael Kemmer und Landessparkassenpräsident Siegfried Naser Bericht erstatten zu lassen. Die stellvertretende Kommissionsvorsitzende Adelheid Rupp sagte: “Die Lage ist dramatisch.” Mehr zur Situation bei der BayernLB bei br-online.

WestLB: Gewinne nur dank Rettungsschirm

Auch auf die angeschlagene WestLB kommen wegen der Finanzmarktkrise weitere Belastungen zu. Das Institut sieht nach eigenen Angaben ein “anhaltend krisenhaftes Marktumfeld”. Das noch nach dem ersten Halbjahr erwähnte Ziel eines “deutlich positiven Ergebnisses nach Steuern” bekräftigte die Bank nicht mehr. Das Geldhaus sei für 2008 “vorsichtig”, hieß es nun bei der Vorlage der Neunmonatszahlen. Zwar stand ein Gewinn von 532 Millionen Euro in den Büchern – doch nur durch den Rettungsschirm der Besitzer und weil die Bank in den ersten beiden Quartalen ein Plus erwirtschaftet hatte. “Durch den frühzeitig von unseren Eigentümern aufgespannten Risikoschirm stehen wir heute deutlich besser da als viele unserer Mitbewerber”, sagte WestLB-Chef Heinz Hilgert. Bei der WestLB hatten die Eigner unter Führung des Landes Nordrhein-Westfalen eine Bürgschaft in einer Höhe von fünf Milliarden Euro für riskante Investments der Bank mit einem Volumen von 23 Milliarden Euro übernommen und die WestLB damit vor einer bedrohlichen Schieflage bewahrt. Dennoch verfügt die Bank nur noch über eine Eigenkapitalquote von 5,4 Prozent – und verhandelt deshalb mit dem Hilfssfonds des Bundes. Mehr zur Lage bei der WestLB bei wdr.de.

Nord/LB erhält Milliarden-Bürgschaft der Länder

Niedersachsen und Sachsen-Anhalt wollen die Norddeutsche Landesbank (Nord/LB) dagegen im Alleingang durch die Finanzkrise bringen. Die Ministerpräsidenten, Christian Wulff und Wolfgang Böhmer, kündigten Garantien der beiden Länder für die Bank im Gesamtvolumen von 20 Milliarden Euro an. Damit sollen Wertpapiere abgesichert werden, die die Nord/LB ausgeben will, um wiederum ihre Kreditvergabe zu refinanzieren. Dadurch soll es der Bank ermöglicht werden, mehr Kredite an kleine und mittlere Unternehmen zu vergeben. Durch den Rückgriff auf die Garantien könne die Nord/LB Wettbewerbsnachteile gegenüber Banken vermeiden, die Garantien aus dem deutschen Rettungsfonds oder ähnlichen Fonds anderer Länder in Anspruch nehmen würden. Nach Angaben der beiden Ministerpräsidenten sollen der Bank in den Jahren 2009 und 2010 jeweils Garantien in Höhe zehn Milliarden Euro gegeben werden. Wulff betonte, dass es sich bei der staatlichen Absicherung für die Nord/LB-Papiere um keine Beihilfe handele. Für die Absicherung werde die Bank eine Provision zahlen. Mehr bei ndr.de.

Helaba bisher glimpflich davongekommen

Die hessisch-thüringische Helaba kam mit einem Verlust im dritten Quartal in Höhe von 57 Millionen Euro nach eigener Einschätzung bisher “relativ gut durch die Finanzmarktkrise”. Im Neunmonatszeitraum bis 30. September sei ein Konzernergebnis vor Steuern von 64 Millionen Euro erreicht worden. Insgesamt sei die Bank in den ersten neun Monaten durch die Krise mit insgesamt 394 Millionen Euro belastet worden. Mehr bei hr-online.

LBBW braucht frisches Kapital

Bereits in der vergangenen Woche hatte die Landesbank Baden-Württemberg mitgeteilt, in den ersten neun Monaten sei ein Verlust vor Steuern in Höhe von fast 900 Millionen Euro angefallen. Wegen der Finanzkrise seien Belastungen von 1,8 Milliarden Euro zu verkraften gewesen. Auch für die letzten Wochen des Jahres erwartet die Bank rote Zahlen, wie der baden-württembergische Ministerpräsident Günther Oettinger ankündigte. Das Land und die Sparkassen gehören zu den größten Eigentümern der LBBW. Diese müssen nun bis Ende März tief in die Tasche greifen, um der Bank zu einer wettbewerbsfähigen Kernkapitalquote von neun bis zehn Prozent zu verhelfen. Ende September lag die Quote, die die Kapitalkraft einer Bank ausdrückt, bei nur 6,8 Prozent.